• Klappe zu, Balg tot von Regina Schleheck

    Diese Kurzgeschichtensammlung startet gleich mit einer wirklich heftigen Geschichte, dem Titel gebenden Text "Klappe zu, Balg tot". Es geht um Maria, eine junge Frau, die hochschwanger ist und ihr Kind alleine im Badezimmer zur Welt bringt. Da sie das Kind nicht haben will, bringt sie es zu einer Babyklappe. Doch die Klappe lässt sich nicht öffnen ...
    Und auch die folgenden Geschichten sind düster, skurril und oftmals mit Horrorelementen gespickt. Da ist die Arbeiterin in einer Schokoladenfabrik, die eine ganz besondere Beziehung zu Schokoladenweihnachtsmännern aufbaut und schließlich in der Psychiatrie landet. Pädophile und mordende Pfarrer kommen ebenso vor, wie scheinbar ganz normale Frauen, die durch unglückliche Umstände plötzlich einen Toten in ihrem Hotelzimmer haben. Oder der Vater, der für den Tod seines Sohnes verantwortlich ist.
    Tod, Mord und psychische Abgründe spielen jedenfalls die Hauptrollen in den Geschichten. Stilistisch ist die Autorin sehr sicher und trotz der düsteren Thematik sind die Geschichten doch meist mit leichter Hand geschrieben, lesen sich flüssig und die meisten auch sehr unterhaltsam. Das eine oder andere Klischee hätte es nicht gebraucht und hin und wieder wurde der Ekelfaktor doch etwas zu sehr strapaziert; da wäre weniger mehr gewesen.
    Dennoch eine hübsche Sammlung für Freunde gepflegter Horror-Unterhaltung.

    Link zur Leseprobe und Bestellmöglichkeit.

  • Leserunde zu "Die Eifelgräfin" mit der Autorin Petra Schier

    Auch zu ihrem neuen Roman, "Die Eifelgräfin", veranstaltet die Autorin Petra Schier eine Leserunde. Und es gibt Freiexemplare. Anmelden kann man sich noch bis zum 12. November:
    http://58136.dynamicboard.de/t44f21-Anmeldung-verbindlich-zu-dieser-Leserunde-mit-Freiexemplaren.html

  • Atemberaubende Küsse am Meer von Kay Hooper

    Als Schriftstellerin verfasst Gypsy blutrünstige Kriminalromane, doch wer sie sieht, käme nicht darauf. Dennoch sollte man Gypsy nicht herausfordern. Das merkt auch Chase, als er ihr aus Versehen in ihr uraltes Auto fährt. Da der Wagen nicht mehr fahrtauglich ist, bringt er Gypsy zusammen mit ihrem Kater nach Hause, wobei sie feststellen, dass sie Nachbarn sind.
    Denn Gypsy ist als Haushüterin für ein halbes Jahr neben Chase gezogen. Sie reist immer viel herum, weshalb sie bisher auch noch keine Beziehung hatte. Denn für einen Mann ist kein Platz in ihrem Leben. Doch natürlich kreuzen sich ihre Wege immer wieder, nicht zuletzt wegen Gypsys Kater, dessen Hobby es ist, Chase die Schlüssel zu klauen.
    Gypsy ist bald schon begeistert von Chase, ihrem Helden. Vor allem, als sie in der Nacht plötzlich Anrufe bekommt, bei denen ihr eine angenehme Stimme romantische Gedichte rezitiert. Sie ist überzeugt: Das muss Chase sein. Zwar hat der Anrufer seinen Namen nie gesagt, aber wer sonst könnte es schließlich sein? Doch als sie eines Abends mit Chase nach Hause kommt, klingelt das Telefon und ihr romantischer Nachtflüsterer ist dran ...

    Ich habe diesen Roman sehr genossen. Kay Hooper hat einen ausgesprochen angenehm zu lesenden Schreibstil und sowohl Heldin als auch Held sind absolut sympathisch. Bei Gypsy wurde das mitunter chaotische Leben einer Schriftstellerin (wie eine Besessene schreiben und dabei auch schon mal das Essen vergessen) wundervoll dargestellt.
    Chase, der als Architekt arbeitet, ist eher ruhig und sehr praktisch veranlagt. Damit bildet er einen guten Gegenpart zu Gypsy. Die beiden liefern sich etliche herrlich schlagfertige Dialoge.
    Der Roman ist durchweg spannend, hat zudem viel Humor und Romantik. Trotzdem hätte ich mich gefreut, wenn es auch Liebesszenen gegeben hätte, das fehlte schon ein bisschen, zumal ich bei dieser Reihe dran gewöhnt bin, dass es welche gibt.
    Das tut dem Roman aber keinen Abbruch, er ist eine richtig schöne Lektüre zum gemütlichen Schmökern.

    Als CORA Baccara Band 1574, Link:
    http://www.cora.de/product_info.php/info/p6405_atemberaubende-kuesse-am-meer.html

  • Es begann in einer Winternacht von Lisa Kleypas

    Um ihren brutalen, über sie bestimmen wollenden Verwandten zu entkommen, sieht die junge Evangeline nur eine Möglichkeit: Sie muss heiraten. Ihr Auserwählter ist Sebastian St. Vincent, Lebemann und Frauenheld, adelig, aber verarmt. Ihr Geld und sein Titel scheinen Evie der richtige Schutz zu sein.
    Sebastian lässt sich dann auch ziemlich schnell von einer Hocjhzeit überzeugen und so machen sich die beiden auf nach Gretna Green, ein schottisches Städtchen, in dem man ohne viel Aufhebens schnell und unkompliziert heiraten kann. Doch schon auf der Fahrt dorthin knistert es heftig zwischen Evie und Sebastian.
    Damit die Ehe auch an Gültigkeit besitzt, muss die Hochzeitsnacht vollzogen werden. Ein Erlebnis, das sowohl bei Evie als auch Sebastian nicht spurlos vorüber geht. Denn obgleich Sebastian schon durch mehr Hände als ein Picknickkorb ging, wie Evie meint, hat es ihn doch sehr berührt, mit ihr zu schlafen. Das lässt er sich allerdings nicht anmerken. Und auch Evie verdrängt jedes aufkeimende romantische Gefühl.
    Zumal nun erst einmal etwas weit Ernsteres ansteht: Sie muss zu ihrem im Sterben liegenden Vater. Sebastian, der sie begleitet, kümmert sich um den Spielclub von Evies Vater. Doch keiner der beiden hat damit gerechnet, dass Evies Verwandte schon darauf lauern, Evie wieder in ihre Gewalt zu bringen. Und nicht nur sie allein stellen eine Bedrohung für Evies und Sebastians Leben dar ...

    Ich habe diesen Roman von der ersten Seite an mit der allergrößten Freude gelesen. Lisa Kleypas hat einen wundervollen Schreibstil, sehr warmherzig, spannend, romantisch und oft blitzt auch Humor durch. Evie ist eine absolut liebenswerte Heldin. Und auch Sebastian ist ein ganz toller Held. Am Anfang ist er sehr leichtlebig, nur auf seinen Spaß und seinen eigenen Vorteil aus. Doch schon bald wandelt er sich, übernimmt Verantwortung und beschützt Evie schließlich sogar ohne zu zögern mit seinem eigenen Leben.
    Die Liebesszenen sind zum Träumen schön, wunderbar geschrieben, sehr heiß und romantisch.
    Ein historischer Liebesroman, wie er sein soll. Hier stimmt alles.

    3. Teil der Mauerblümchen-Reihe, aber problemlos ohne Vorkenntnisse der anderen Bände (in denen es um Evies Freundinnen geht, die hier auch als Nebenfiguren kurze Auftritte haben) lesbar.

  • Lacher am Sonntagmorgen

    Eigentlich ist die Frage in diesem Thread nicht weiter spektakulär, der Thread an sich aber schon:
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  • Dem Mond versprochen von Linda Winstead Jones

    Gideon Raintree, Dante Raintrees jüngerer Bruder, arbeitet als Polizist und ermittelt in Mordfällen. Seine Aufklärungsquote ist dabei geradezu phänomenal hoch. Das liegt daran, dass Gideon Geister nicht nur sehen, sondern auch mit ihnen sprechen kann. Bei seinem neuesten Fall bekommt er es allerdings mit einer auch für ihn sehr gefährlichen Gegnerin zu tun.
    Ihm zur Seite steht seine neue Partnerin Hope, die ihn sehr bald verdächtig findet. Kein Wunder, kann Gideon doch die Elektrizität beherrschen und sogar Blitze anziehen. Eine Kostprobe seiner Macht bekommt Hope dann auch recht bald, kann aber nicht so recht glauben, dass Gideon wirklich übernatürliche Kräfte besitzt. Denn Hope wuchs mit einer Mutter auf, die sich der Esoterik verschrieben hat und einen Laden führt, in dem man so ziemlich alles aus dem Bereich kaufen kann.
    Ein weiteres Problem bereitet Gideon Kopfzerbrechen; seit einiger Zeit begegnet ihm immer wieder der Geist eines Mädchens, das behauptet, seine Tochter zu sein, bzw. sie bald zu werden. Doch zuerst beschäftigt ihn der aktuelle Fall, denn die eiskalte Mörderin schlägt immer wieder und stets sehr brutal zu.

    Der zweite Band der Raintree-Saga beginnt direkt spannend und diese Spannung wird auch komplett durchgehalten. Der Roman besitzt enorm viel Tempo und weiß zu fesseln. Gideon ist ein toller Held mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Hope fand ich ebenfalls sehr sympathisch, sie ist stark und selbstbewusst. Da sie mit beiden Beinen so fest auf dem Boden der Realität steht und absolut alles Übernatürliche für Unsinn hält, gab sie einen schönen Gegenpart für Gideon ab, was oft in spritzigen Dialogen gipfelte.
    Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar zu lesen, auch die Romantik kommt nicht zu kurz.
    Vorkenntnisse des ersten Bandes sind nicht unbedingt nötig, da dieser Roman wunderbar auch für sich alleine stehen kann.
    Link zum Sammelband:
    http://www.cora.de/product_info.php/info/p6427_baccara-magische-momente-band-0001.html

  • Willkommen im Dschungel von Jim Butcher

    Als Privatdetektiv und Magier hat es Harry Dresden nicht leicht. Zwar arbeitet er öfter mit der Polizei zusammen, doch dort ist man seinen Fähigkeiten gegenüber nicht besonders aufgeschlossen, es ist mehr so, dass er geduldet wird, da man oft keine andere Möglkichkeit sieht, als ihn zu Rate zu ziehen.
    Genau so verhält es sich nun auch mit dem in einem Zoo ermordet und schrecklich zugerichtet aufgefundenen Tierpfleger. Der Gorilla war es, heißt es schnell, doch davon sind weder die Zoomitarbeiter noch Harry selbst überzeugt.
    Und so beginnt Harry nach Spuren zu suchen. Schon bald findet er auch welche. Eine Hexe will ein schwarzmagisches Ritual durchführen und hat sich dafür dem Blut einiger Totem-Tiere bedient. Wie es aussieht, steht sie kurz vor ihrem Ziel. Harry passt ihr also gar nicht in ihre Pläne. So dauert es nicht lange, bis ein Mordanschlag auf Harry verübt ist. Bei ihm ist Will, eine junge Frau, die ihm Zoo als eine Art Mädchen für alles arbeitet und ihm bei seinen Ermittlungen behilflich ist.
    Zwar gelingt es Harry die Kreatur zu besiegen, die ihn und Will angriff, doch die Hexe ist nach wie vor sehr lebendig und bestrebt, ihr Ziel zu erreichen.

    Der erste Graphic Novel von den Dresden-Files überzeugt mit sehr gelungenen Zeichnungen und einer fesselnden Story, die den wundervollen Büchern in nichts nachsteht. Harry erzählt auch hier in Ich-Form, was sehr gut umgesetzt wurde. Ein klein wenig Humor findet sich dann auch hier drin und es tauchen viele aus den Büchern schon bekannte Figuren auf (inklusive Mister, Harrys großem Hauskater).
    Sehr niedlich fand ich Will und wie Harry mit ihr umgeht, das hat ihn direkt noch viel sympathischer gemacht, als er sowieso schon ist.
    Für mich ein sehr gelungenes Comic-Debüt. Als kleinen Zusatz gibt es noch ein paar Infos zu Harry, Karrin Murphy und Sgt. Carmichael.
    Chronologisch ist dieses Abenteuer von Harry vor den Büchern angesiedelt. Man kann es also ohne weitere Vorkenntnisse lesen.

  • In Todesangst von Linwood Barclay

    Die siebzehnjährige Sydney wohnt für die Dauer eines Ferienjobs bei ihrem Vater Tim, ihre Eltern sind geschieden. Eines Abends kommt sie nicht nach Hause. Besorgt macht Tim sich auf, sie zu suchen und fragt schließlich in dem Hotel nach, indem Sydney jobbt. Dort hat man von ihr noch nie etwas gehört, sie war nie dort.
    Tim ist fassungslos, mehr noch, als Sydneys Auto gefunden wird, in dem Blutspuren sind. Fieberhaft sucht er weiter, versucht alles, um seine Tochter zu finden. Er verdächtigt ihren Stiefbruder, etwas damit zu tun zu haben, doch seine Exfrau und ihr neuer Mann sind davon nicht überzeugt. Dann bekommt er von einer Frau eine Mail, die Sydney gesehen haben will. Sie telefonieren miteinander und er bekommt sogar ein Foto von Sydney. Sofort macht er sich auf nach Seattle, wo sie sein soll.
    Doch niemand in der Auffangstelle für von zu Hause fortgelaufene Jugendliche kennt die Frau, mit der er telefoniert hat, auch Sydney wurde niemals dort gesehen. Frustriert kehrt Tim nach Hause zurück. Dort erwartet ihn der nächste Schrecken, seine Wohnung wurde aufgebrochen und verwüstet, außerdem wird in seinem Kopfkissenbezug Kokain gefunden.
    Zwar kann er die ermittelnde Polizistin davon überzeugen, dass die Drogen nicht von ihm sind, aber in seiner Suche nach Sydney ist Tim keinen Schritt weiter. Und dann verschwindet auch noch Sydneys beste Freundin spurlos ...

    Wieder einmal ist Linwood Barclay ein atemberaubend spannender Thriller gelungen, der sehr gut durchdacht ist und sich absolut nicht vorhersagen lässt. Die Auflösung ist geradezu genial, am Ende fügt sich alles zusammen.
    Auch hier erzählt der Autor in Ich-Form aus Tims Sicht, das aber so gut, dass die Spannung erhalten bleibt und auch alle Figuren sehr gut ausgearbeitet sind. Tim kommt dabei absolut sympathisch und glaubwürdig rüber, seine Verzweiflung und sein Wille, seine Tochter zu finden, sind deutlich zu spüren.
    Obwohl der Roman eher ruhig anfängt, ist er doch von Beginn an spannend, legt allerdings sehr schnell enorm an Tempo zu und wird im großen Showdown fast etwas zu schnell, denn dort überschlagen sich die Ereignisse derart, dass ich mir doch etwas mehr Raum gewünscht hätte.
    Stilistisch gibt es auch nichts zu meckern, Linwood Barclay schreibt mitreißend, sehr fesselnd und wunderbar flüssig. Ich habe dieses Buch sehr genossen und freue mich schon auf sein nächstes Werk.

  • Ekstase der Liebe von Eloisa James

    Charlotte ist Debütantin und macht gleich auf ihrem allerersten Londoner Maskenball eine schicksalhafte Begegnung. Alex Foakes ist von ihren Reizen so hingerissen, dass sie sich schnell näher kommen. Sogar sehr viel näher, denn die naive Charlotte nimmt all seine Zärtlichkeiten begeistert entgegen und der Abend endet damit, dass sie an ihn ihre Jungfernschaft verliert.
    Ein Skandal, den man am besten vertuscht, doch Charlotte kann den Mann nicht vergessen. Er dagegen hat da schon eher Probleme sich überhaupt zu erinnern, denn nachdem er drei Jahre später aus dem Exil zurückkehrt, erkennt er Charlotte gar nicht. Allerdings ist er – wieder – von ihr hingerissen. Charlotte glaubt aber, dass er nur für seine aus erster Ehe stammende kleine Tochter eine neue Mutter sucht, außerdem erzählt man sich, er sei impotent.
    Die beiden kommen sich dann aber doch wieder näher, heiraten schließlich und in der Hochzeitsnacht kommt es zur Katastrophe; Alex entdeckt, dass Charlotte keine Jungfrau mehr ist, sie erzählt ihm dann auch noch, dass er es ja war, der ihr die Unschuld raubte, aber er erinnert sich nicht daran, angewidert zieht er sich von ihr zurück.

    Obwohl die Autorin einen wunderschönen Schreibstil hat, habe ich mit diesem Buch, bzw. seinen Helden, so meine Probleme gehabt. Da ist zuerst einmal Charlotte, die sich einfach so mit einem Wildfremden ins Gras legt, ohne an die Konsequenzen zu denken.
    Weit schlimmer fand ich aber den Helden, der sich zum einen erst mal gar nicht daran erinnerte, was vor drei Jahren geschah und dann in der Hochzeitsnacht das Speien bekommt, als er feststellt, seine Braut ist keine Jungfrau mehr. Charlotte ist weiterhin sehr in ihn verliebt, glaubt dann aber, dass es für ihre Liebe keine Zukunft geben wird, denn Alex will ja nichts mehr von ihr.
    Erst zum Ende des Buches hin wurde er mir etwas sympathischer. Da hat die Geschichte dann auch richtig an Tempo gewonnen, wurde spannend, vorher war es mehr ein ziemliches Hin und Her. Und genervt hat mich die unglaubliche Dummheit bei beiden, in Charlottes Fall kann man es ja noch mit ihrer jugendlichen Naivität erklären, aber ich mag LiRo-Helden lieber, die intelligent sind und wissen, mit wem sie geschlafen haben. Außerdem war er in der Hochzeitsnacht alles andere als sympathisch, als er sich, kaum dass er herausbekam, dass Charlotte keine Jungfrau mehr ist, neben ihr übergab. Das sind einfach keine Szenen, die ich in Liebesromanen lesen möchte.
    Auch nervte mich die kleine Tochter vom Helden, zwar kam sie nicht allzu oft vor, aber wenn sie vorkam, erschien sie einfach überflüssig.
    Sieht man davon ab, hat das Buch aber auch einige positive Aspekte, wie den schon erwähnten tollen Schreibstil, auch sind die Szenen aus Charlottes Sicht fast alle schön zu lesen. Und die letzten 40 Seiten sind geradezu atemberaubend spannend.

  • Die Rache von John Katzenbach

    Richter Thomas Pearson wollte nur seinen Enkel Tommy von der Schule abholen, doch dann werden beide gemeinsam Opfer einer Entführung. Wie sich herausstellt, ist die Entführerin Olivia eine alte Bekannte von Tommys Eltern Duncan und Megan; im Jahre 1968 gehörten sie alle einer Bande an, begingen einen Banküberfall, nur sie wurde geschnappt, saß achtzehn Jahre hinter Gittern und will sich nun rächen. Ihre Pläne sind ziemlich konkret: Duncan soll ihr Geld aus einem Banküberfall bringen, dann lässt sie die Entführten frei.
    Duncan, inzwischen Banker und in leitender Position, hat damals viel Glück gehabt und seine Vergangenheit verdrängt, er ist ein anständiger Mann geworden. Nun aber sieht er sich gezwungen, zu handeln, denn Olivia lässt ihm keine Wahl.

    Über John Katzenbachs Bücher habe ich zwar schon viel gehört, aber bis zu diesem noch keines gelesen. Die Rache – der Titel ist übrigens sehr passend – beschreibt auf fast 510 Seiten eine Entführung. Und zwar nur diese Entführung. Von den Rückblicken in die Vergangenheit abgesehen, gibt es keinen weiteren Handlungsstrang.
    Das ist besonders zu Anfang schon ein Nachteil, da erst mal nur die verschiedenen Personen beschrieben werden und was sie dazu so denken. Ab etwa der Hälfte nimmt der Roman dann aber richtig schön an Tempo auf und besonders der Showdown zum Ende hin ist absolut superspannend und entschädigt für die eher langatmigen Passagen.
    Mit dem Ende selbst war ich dann zwar nicht so ganz zufrieden, aber insgesamt doch ein gut zu lesender Roman, der zwar gut und gerne 150 Seiten weniger hätte haben dürfen, aber einmal in Fahrt gekommen dann zu fesseln weiß.
    Trotz dem spannenden Thema geht der Autor nicht besonders ins Detail bei den Actionszenen, es wird zwar geschossen (und dabei mitunter auch getroffen), aber das ist weder gruselig noch eklig beschrieben, so dass sich auch zartere Gemüter an dieses Buch herantrauen können.
    Sehr gelungen finde ich die Aufmachung; das Cover zeigt einen Mann mit verbundenen Augen und diese Augenbinde ist so gestaltet, dass sie auch fühlbar ist.

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